In 51 Tagen habe ich 1800 km zu Fuß
durch Sibirien und die Mongolei zurückgelegt. Einmal vom Baikalsee
bis in die Wüste Gobi.
Es war eine harte und ereignisreiche Wanderung, aus der ich viel
gelernt habe und von deren gewonnenen Erfahrungen ich nun schöpfen
kann.
Auf dem ersten Teil der Wanderung durch das Hamar-Daban Gebirge
südlich des Baikalsees begleitete mich Frank Hülsemann
(www.exyle.de) von der Sporthochschule Köln.
Frank war der ideale Wanderpartner, die landschaftliche Schönheit
und Abgeschiedenheit des Gebirges waren atemberaubend. Gefährliche
Flussdurchquerungen, Verhaftungen durch Militär und Polizei
rundeten dieses Abenteuer ab.
Ab der mongolischen Grenze war ich dann auf mich alleine gestellt. Der
Norden der Mongolei war noch stark bewaldet und vom
Goldgräbertagebau durchwühlt. Die Steppe von Ulanbator bis
zur altmongolischen Hauptstadt Karakorum, war nahezu unerträglich
öde und trocken.
Lichtblicke stellten das älteste Kloster der Nordmongolei Erdene
Zuu und die Besichtigung der Ausgrabungsstätten von Karakorum dar.
Der Dank geht dabei an die Bonner Archäologen Christina, Corinne
und Hendrik.
Als Höhepunkt landschaftlicher Schönheit erlebte ich das
Orchon Tal, der Orchon Wasserfall, die Naiman Nur-Seen im
Changai-Gebirge. Ab Bajankhongor ging es allmählich in die Gobi
hinein, vorbei am Salzsee Orog Nuur, über kleine Sanddünen,
den Gobi-Altai bis nach Bajanläg. Hier beschloss ich, meine
Wanderung zu beenden. Sechs Wochen lang hatte ich mit Magen- und
Darmproblemen zu kämpfen, hatte über 10 kg an Gewicht und
damit auch an Kraft verloren und traute mir daher nicht mehr zu, die
folgenden 140 km langen Etappen bis zu den nächsten Orten mit
einem 35 kg schweren Rucksack zu bewältigen.
Mein Zeil, vom Baikal zu Fuß in die Gobi zu gehen, hatte ich
erreicht. Auf meinem langen Weg habe ich die große
Gastfreundschaft der Mongolen kennen und schätzen gelernt, ohne
die ich nicht soweit gekommen wäre.