Wer gerät bei Namen
wie Buchara,
Samarkand und Seidenstraße nicht ins Träumen.
Begriffe wie
aus einem Märchen aus tausend und einer Nacht. Heiße
Wüsten, Hochgebirge, fremde Kulturen und Völker
– der Orient,
das Reich der Mitte. Es gibt wohl kein Handelsnetz auf der Erde, das
für die Menschheit, für den Okzident und Orient,
bedeutender
war, als die Seidenstraße. Zusammen mit meinem Reisepartner
Sebastian Burger (
www.globetreter.de)
wollte ich 1999 diesen
bedeutenden Handelsweg mit dem Rad „erfahren“.
14.400 Kilometer, von
Deutschland bis an den Rand der Welt – bis nach Peking.
Diese Radtour wurde geprägt von der großen
Gastfreundschaft
der Türken und Perser. Es verging quasi kein Tag, an dem wir
nicht
auf einen heißen Tee oder zu einer Übernachtung
eingeladen
wurden. Im Wüstenstaat Turkmenistan verhaftete uns das
Grenzmilitär und die Karakum Wüste empfing uns mit
heißen Temperaturen von über 40 Grad im Schatten. In
Usbekistan begeisterte uns vor allem die Altstadt von Buchara mit ihren
eindrucksvollen Moscheen, Minaretten und Medresen. Das Tien Shan
Gebirge in Kirgisistan mit seinen vergletscherten hohen Gipfeln und den
grünen Wiesenflächen auf denen Pferde weideten,
entpuppte
sich zum landschaftlichen Highlight unserer Reise.
Das große „Reich der Mitte“ war erreicht.
Es galt 5500 km weiter
durch China zu fahren. In der autonomen Provinz Xinjiang folgten wir
soweit es für uns möglich war den Spuren der
Südlichen
Seidenstraße. Im Norden von uns erstreckte sich die
größte zusammenhängende Sandwüste
der Erde, die
Takla Makan. Im Süden blickten wir auf das fast 8000 m hohe
schneebedeckte Kunlun Shan Gebirge. 1000 km sandige und steinige
Wüsten- und Gebirgspiste waren zu meistern.
Die Originalroute bis nach Dunhuang ist seit Jahrhunderten vom Sande
verweht. Uns blieb nichts anderes übrig, als auf die einzig
befahrbare Piste auszuweichen, die uns aus dem Tarimbecken und der
Takla Makan heraus, in das Altun Shan Gebirge hinaufführte.
Eisige
Kälte und Nachtfrost waren ab da an unsere ständigen
Begleiter auf einer Höhe zwischen 3000 und 4000 m. Quer durch
die
Qaidamsalzwüste führte die Straße
über das
Nanschan-Gebirge, bis nach Dunhuang, der einst letzten Garnisionsstadt
Chinas. In dieser Oase vereinen sich Nord- und Südroute.
Vorbei an den Resten der Großen Mauer, fuhren wir bis Xi`An,
der
alten Kaiserstadt und dem eigentlichem Ausgangspunkt der
Seidenstraße.
Der Ehrgeiz hatte uns gepackt nach genau 120 Tagen Chinas Hauptstadt zu
erreichen. Die Landschaften wurden immer langweiliger, die
Städte
immer größer und so bedauerten wir unseren
Entschluss nicht,
möglichst viele km zu machen. Nach den letzten 33 Stunden und
genau 407 km standen Sebastian und ich auf dem Platz des
„Himmlischen
Friedens“. 14400 km und unvergessliche 120 Tage Abenteuer
lagen hinter
uns. Einmal von Deutschland bis nach Peking; mit dem Fahrrad auf der
legendären Seidenstraße.